Unser Use-Case für die Initiative „#JedeWohnungzählt"

27. Mai 2026

Wohnungsmangel verständlich machen: Ein gesellschaftlich relevantes Thema ohne klare Stimme

Manche gesellschaftlichen Debatten sind in der breiten Öffentlichkeit präsent – und trotzdem nicht wirklich verstanden. Der Wohnungsmangel in deutschen Großstädten ist so ein Thema: Die Symptome kennt jeder, die strukturellen Ursachen kaum jemand. Genau diese Lücke hat die Initiative „#JedeWohnungzählt" identifiziert – und uns beauftragt, sie mit einem Erklärvideo zu schließen.


Die Wohnungsfrage ist eine der drängendsten sozialen Herausforderungen unserer Zeit. In Städten wie Hamburg, Berlin oder München fehlen zehntausende Wohnungen. Neubau stockt, Baukosten explodieren, Genehmigungsverfahren dauern Jahre. Doch in der öffentlichen Wahrnehmung dreht sich die Diskussion fast ausschließlich um Miethöhen – nicht um die strukturellen Ursachen des Problems.


Die Initiative „#JedeWohnungzählt" – getragen vom BFW Landesverband Nord und einem breiten Bündnis norddeutscher Wohnungswirtschaftsverbände – hat sich zum Ziel gesetzt, genau das zu ändern: Mehr Aufmerksamkeit, mehr sachliche Information, mehr gesellschaftliche Akzeptanz für dringend benötigte Wohnungsbauprojekte. Das Bündnis erkannte: Wer die Debatte verändern will, muss zuerst verständlich machen, warum der Markt so ist, wie er ist. Der Auftrag an uns lautete: Erkläre das in zwei Minuten. Für alle. Ohne Fachwissen vorauszusetzen.


Die Kampagne: Aufklärung als strategisches Kommunikationsinstrument

„#JedeWohnungzählt" ist keine klassische Lobbykampagne. Sie verzichtet auf Forderungskataloge und politische Appelle – und setzt stattdessen auf Aufklärung. Die Botschaft: Wer versteht, warum zu wenig gebaut wird, wird zum informierteren Gesprächspartner in einer Debatte, die uns alle betrifft.

Das Erklärvideo bildet das kommunikative Herzstück dieser Strategie. Es adressiert in zwei klar strukturierten Akten zunächst die strukturellen Ursachen des Neubaudefizits – gestiegene Materialkosten, komplexe Regulierung, explodierte Grundstückspreise – und zeigt dann, wen das trifft: Berufseinsteiger, Pflegekräfte, Erzieher, Handwerker. Menschen, die nicht am Rand der Gesellschaft stehen, sondern in ihrer Mitte.


Der Schluss ist programmatisch: „Jede Wohnung, die entsteht, hilft – für Familien, für Nachbarn, für das Miteinander. Denn: Jede Wohnung zählt."


Unsere Herangehensweise: Drei Prinzipien, die den Unterschied machen

Was macht ein Erklärvideo zu einem wirklich guten Erklärvideo? Im engen Austausch mit dem BFW Landesverband Nord haben sich drei Kernentscheidungen herauskristallisiert, die den Charakter dieses Videos maßgeblich geprägt haben.


Erstens: Problemursachen vor Forderungen. Die Entscheidung, das Video nicht mit politischen Botschaften zu füllen, war eine bewusste inhaltliche Weichenstellung. Stattdessen erklärt der Sprechertext zunächst Mechanismen – warum Neubau nicht mehr rentabel ist, warum Bürokratie Projekte verteuert, warum Grundstückspreise bezahlbaren Wohnraum strukturell verhindern. Diese Haltung erhöht die Glaubwürdigkeit erheblich: Das Video wirbt nicht, es erklärt.


Zweitens: Betroffenheit vor Statistik. Die Zahlen fehlen im Sprechertext nicht zufällig. Statt abstrakter Wohnungsdefizite zeigt das Video konkrete Gesichter: Pflegekräfte, die keine Wohnung finden. Handwerker, die wegziehen. Das ist kein emotionaler Trick – es ist kommunikative Präzision. Menschen reagieren auf Menschen, nicht auf Prozentpunkte.


Drittens: Zwei Minuten als Disziplin. Das Drehbuch umfasst rund 1.570 Zeichen ohne Leerzeichen – ca. zwei Minuten Sprecherzeit. Das ist keine technische Einschränkung, sondern eine inhaltliche Entscheidung, die Sender und Agentur gemeinsam konsequent durchgehalten haben. Jeder Satz musste seinen Platz verdienen. Das Ergebnis ist ein Text, der keine Redundanzen kennt und dennoch vollständig argumentiert.


Ergebnisse: Ein Video, das ankommt – auf mehreren Kanälen

Das fertige Erklärvideo erreicht genau das, was die Initiative „#JedeWohnungzählt" anstrebt: Es macht ein komplexes Strukturproblem für eine breite Öffentlichkeit verständlich – ohne zu vereinfachen, ohne zu polarisieren.


Weil gemeinsam produzierte Inhalte auch gemeinsam mehr Wirkung entfalten, haben wir das Video nicht nur produziert, sondern aktiv in unsere eigene Reichweite eingebunden. Das Video wurde auf unseren Kanälen veröffentlicht und ist dort abrufbar:

Diese plattformübergreifende Verbreitung ist Teil unseres Verständnisses von Kundenarbeit: Wir produzieren nicht nur – wir helfen dabei, Inhalte in die Welt zu bringen. Für den BFW bedeutete das zusätzliche organische Reichweite über unsere Community hinaus, ohne dass dafür zusätzliches Budget notwendig war.


Was Sie aus diesem Use-Case mitnehmen sollten

Dieser Use-Case liefert drei Erkenntnisse, die über das konkrete Projekt hinausweisen:


1. Komplexität ist kein Kommunikationsproblem – fehlende Reduktion ist es. Fast jedes gesellschaftlich relevante Thema lässt sich in zwei Minuten verständlich erklären, wenn man bereit ist, konsequent zu priorisieren. Der erste Schritt ist nicht die Produktion, sondern die inhaltliche Arbeit davor.


2. Glaubwürdigkeit schlägt Reichweite. Ein Video, das erklärt statt wirbt, wird länger und breiter geteilt als klassische Kommunikation. Das gilt besonders für Verbände und Initiativen, deren Absender nicht neutral wirkt – gerade deshalb ist die inhaltliche Integrität entscheidend.


3. Distribution ist Teil der Leistung. Ein gutes Video, das niemand sieht, verändert nichts. Die Frage, wo und wie Inhalte verbreitet werden, sollte von Anfang an Teil der Projektstrategie sein – nicht ein nachgelagerter Schritt.


Fazit: Gute Kommunikation beginnt mit dem richtigen Mut zur Klarheit

Der Use-Case „#JedeWohnungzählt" zeigt, was möglich ist, wenn Auftraggeber und Agentur von Beginn an dieselbe Richtung verfolgen: Inhalte, die wirklich erklären, erreichen Menschen – und verändern, wie sie über ein Thema denken. Der BFW Landesverband Nord hat mit dieser Initiative den Mut bewiesen, Kommunikation konsequent auf Verständlichkeit auszurichten statt auf Reichweite allein.


Wir freuen uns, dass dieses Projekt entstanden ist, und sehen einer weiteren Zusammenarbeit mit dem BFW Landesverband Nord und der Initiative sehr positiv entgegen. Wenn auch Sie ein Thema haben, das mehr Öffentlichkeit verdient als es bekommt – sprechen Sie uns an. Wir helfen Ihnen, es so zu erzählen, dass es ankommt.